Woher der Wunsch kam, Schauspieler zu werden?
Fast könnte man sagen, ich stamme aus einer Schauspielerfamilie (meine Mutter und mein Großvater waren in früheren Zeiten Schauspieler) und es wurde mir in die Wiege gelegt, aber so einfach ist das natürlich nicht.
Ich kann mich noch daran erinnern, dass ich mit acht oder neun Jahren mit meiner Mutter im Kino war und wir uns eine Märchenverfilmung anschauten, in der sie mitspielte. Dieser kleinere Auftritt meiner Mutter hat mich als Kind sehr beeindruckt und weckte in mir das Bedürfnis und den Wunsch, Schauspieler zu werden.
Ich wollte schon immer einfach Menschen unterhalten, ihnen Spaß bereiten und sie „verführen“. Ich liebe es, Menschen zum Lachen und/oder Weinen zu bringen. Ich kann und konnte mir nie vorstellen einen immer wiederkehrenden Berufsalltag zu bestreiten. Der Schauspielberuf gibt mir alles, was ich will und brauche: Abwechslung, Spannung, Kreativität, neue Arbeits-Orte, -Bedingungen und interessante Begegnungen. Bei dem Beruf weiß man nie, was als nächstes kommt/passiert und das finde ich auch gut so!!! Man lernt nie aus, sondern immer weiter!
Was waren meine Schritte, um diesen Traum zu realisieren?
Nach meiner Zivildienstzeit, ging ich nach New York und schaute mir die Schauspielschulen an, besuchte dort ein paar Kurse und kam dann zum Schluss, dass es mir zwar sehr gut dort gefällt, aber dass ich im deutschsprachigen Raum ein Schauspieler werden wollte, da hier meine Heimat ist und ich die Menschen HIER unterhalten will! Mit dieser selbstbewussten Einstellung sprach auch gleich nach meiner Rückkehr bei der ZBF (heute ZAV) vor, die mich auch für eine Soap verpflichten wollten, aber mich nicht in die Theaterabteilung aufnehmen. Da ich auch gern Theater spielen wollte, entschied ich mich für eine Ausbildung an der Fritz-Kirchhoff-Schauspielschule und beendete diese 2003 mit der Bühnenreife. Ich hatte das Glück, 3 Monate nach der Ausbildung als Gast im Theater zu spielen und nutzte die Zeit zwischen den Vorstellungen für Weiterbildungen in anderen Bereichen und lernte ich beispielsweise Reiten.
Du bist ja in allen Sparten dabei: Film, Fernsehen, Theater, Werbung... Ein Alles-Könner oder nimmst Du, was Du kriegen kannst? :)Ich bin kein „Alles Könner“ und ich nehme auch nicht alles was ich kriegen kann! Ich bin aber davon überzeugt, dass man heute als Schauspieler eine breite Palette an Möglichkeiten hat. Durch einen Auftritt in einer Werbung, Daily Soap, Serie oder ähnlichem, bekommt man unter Unständen eine gewisse Aufmerksamkeit, was wieder wichtig ist, um eine größere Präsenz zu erreichen. Außerdem nimmt man bei jeder neuen Produktion auch neue Erfahrungen und Kontakte mit.
Gerade in Werbespots bist Du ja viel zu sehen: Aktuell bei MediaMarkt und bei der Deutschen Telekom. Wie hast Du diese Angebote gefunden?Ich bin der Meinung, dass man als Schauspieler seine Augen und Ohren immer offen halten muss. Neben der Arbeit mit einer guten Agentur, die einen begleitet und unterstützt, sollte man auch Eigeninitiative zeigen. Die Zusammenarbeit mit meiner Agentur Marmulla Management ist sehr gut, durch sie habe ich z.B. MediaMarkt und Deutsche Telekom Werbedrehs erhalten. Zusätzlich sitze ich aber sehr oft am Rechner und checke meine Mails, klicke mich u.a. bei Stagepool ein und schaue welche beruflichen Möglichkeiten sich ergeben könnten. In Fachliteratur suche ich Termine für Castings heraus und halte persönlichen Kontakt zu Castern und Regisseuren.
Wie unterscheiden sich die Dreharbeiten für Werbung, Film und Fernsehen?Ein Werbedreh unterscheidet sich schon sehr von anderen Dreharbeiten, da nicht nur die Regie, sondern auch der Kunde und die Werbeagentur zuschauen

und ihre Ideen während des Drehs mit einbringen. Es ist immer wieder faszinierend und erstaunlich, zu erleben, wie ein paar Sekunden Sendezeit ein, zwei Drehtage intensiver Arbeit vorausgehen. Im Bereich Werbung geht es in erster Linie um eine ganz natürliche, persönliche Glaubwürdigkeit dem Produkt und dem Spot gegenüber. Außerdem dreht man meistens auch nach einem strengen Zeitplan!
In Bezug auf Fernsehen kann man meiner Meinung nach nichts pauschalisieren, denn es hängt natürlich immer vom jeweiligen Format ab. Bei einem Mehrteiler zum Beispiel, mit hohem Budget und mit vielen unterschiedlichen Drehorten sind ganz andere Voraussetzungen für den Dreh vorhanden, als bei einer Daily oder Telenovela, die einen noch strengeren Produktionszeitplan haben. Da jeden Tag eine Folge kommt, muss ja auch dementsprechend vorproduziert werden. Mich interessieren alle Bereiche.
Wirst Du mittlerweile sogar mal von Passanten erkannt? Was ist das für ein Gefühl?Ich werde tatsächlich ab und zu angesprochen, aber meistens können mich die Menschen nicht richtig zu ordnen und sagen, ich hätte Ähnlichkeit mit Matthew Perry oder sei der kleine Bruder von Joaquin Phoenix! Toll finde ich es, wenn nach einem Film oder Theaterstück die Leute auf dich zu kommen und sagen: "Hey, es hat mir wirklich gut gefallen"! Wenn sie dann vielleicht noch nach einem Autogramm fragen, schmeichelt mir schon, aber ich finde das nicht wichtig. Viel wichtiger ist es, gute Leistung zu zeigen, nicht abzuheben und mit den Beinen auf dem Boden bleiben.
Letztes Jahr hast Du ja sogar ein eigenes Projekt, „Hochzeitstag“, auf die Beine gestellt. Erzähl uns ein wenig davon... Reizt dich nun eher die Arbeit hinter der Bühne und Kamera?Ich habe ja schon eine zeitlang mit Freunden zusammen Filmscripte produziert und umgesetzt. Aber ich wollte endlich mal ganz allein verantwortlich mein eigenes Projekt durchführen und darum entstand der Kurzfilm "Hochzeitstag"
nbfonline.de. In den Hauptrollen sind Wolfgang Bahro (GZSZ) und Nora Jensen (KIKA) zu sehen. Sie spielen ein, in den grauen Alltag gekommenes Ehepaar: Er hat seinen Job verloren und sie geht voll und ganz in ihrem Beruf auf. Ich wollte einen Rollentausch zeigen und den Menschen vor Augen halten, auch in einer sehr langen Beziehung immer noch auf sich zu achten und nicht aneinander vorbei zu leben. Ich finde, dass ist uns gut gelungen und ich bin wirklich stolz darauf, dass wir alle, trotz mancher Schwierigkeiten, wie schlechtes Wetter, geringem Budget und technischen Problemen, am Ende zwei tolle Drehtage hatten! Das Team war super motiviert und das Ergebnis ist ein schöner Kurzfilm! Ich habe viel Erfahrung gesammelt und die Fehler, die ich vielleicht diesmal gemacht habe, würden mir beim nächsten Projekt nun nicht mehr passieren!
Ich finde die Arbeit hinter Kamera oder Bühne gibt mir eine super Möglichkeit, anders auf die Dinge zu schauen und mir somit als Schauspieler neue Türen zu öffnen. Ich finde es reizvoll zu sehen, wie andere Schauspieler meine Anweisungen umsetzten, was sie Anbieten und wie sie mit Angstsekunden umgehen. Das sind ja alles Situationen, die ich selbst auch kenne! Außerdem kann für mich als Schauspieler viele Sachen verwerten, die ich als Regisseur beobachtet habe.
Ich habe auch im Kindertheater und an einem Kurzfilmprojekt mit Jugendlichen Regie geführt. Das war sehr lohnend. Jugendliche sind ja noch mal ganz anders und spielen viel purer und naiver. Mit Alexander Kiersch, einem Freund und Kollegen, erstelle ich Demobänder. Das ist auch eine tolle Arbeit, die mich beflügelt und inspiriert! Hauptsächlich werde ich aber als Schauspieler weiterarbeiten.
Was wäre dein Traum-Job? Worauf hoffst Du in naher Zukunft?Ich arbeite in meinem Traumberuf! Dieser fordert mich in so vielen Bereichen, egal ob als Sprecher, im Theater, im Film oder Fernsehen! Ich wünsche mir, dass ich auch weiterhin meinen Schauspielberuf ausüben kann und mir noch viele spannende und abwechslungsreiche Rollen angeboten werden. Natürlich möchte ich auch gern in Zukunft meine eigenen Arbeiten verwirklichen, als Regisseur, Produzent oder Autor! Aktuell suche ich gerade nach einer Produktion für eine wirklich schöne Weihnachtsgeschichte!